Sokratischer Dialog

Der Sokratische Dialog ist eine NLP Methode, in der gezielte Fragen und Gegenfragen gestellt werden. Durch diese Fragen soll den Gesprächspartnern bewusst werden, welche Gestaltungsmöglichkeiten und Freiheiten ihnen offenstehen. Der Name „Sokratischer Dialog“ kommt dabei von Sokrates: Ein berühmter Philosoph, der seinerzeit die richtigen Fragen stellte, um den Geist der Menschen zu erweitern.

 

Ziele und Anwendung

Das Ziel des Sokratischen Dialogs ist es, mit dem Gesprächspartner gemeinsam bestimmte Wertebegriffe zu definieren. Im Rahmen des Coachings in der neuro-linguistischen Programmierung kann das Prinzip des Sokratischen Dialoges angewendet werden, wenn die innere Haltung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen entsprechend gegeben ist.

Der Sokratische Dialog wird angewendet, um Wertekonflikte zu hinterfragen und auf den Grund zu gehen. Welche Werte sind Ihnen wirklich wichtig? Haben Sie Grundwerte, die sich eigentlich widersprechen? Was ist mit Ihrer Bodenständigkeit, wenn Ihre Zielstrebigkeit ein wichtiger Wert ist? Wie stehen Sie zu dem Wert der Selbstbestimmtheit, wenn Sie doch offensichtlich durch das Machtgefüge, in dem Sie sich befinden, ans eigentliche Ziel kommen? Diese Wert- und Zielkonflikte werden mit den gezielten Fragen und Gegenfragen aufgelöst. Ein Sokratischer Dialog kann Ihnen also mehr Klarheit und Freiheit verschaffen.

Auch wenn Sie schwierige Entscheidungen vor sich haben, kann ein Sokratischer Dialog hilfreich sein, um vorwärts zu kommen. Sie gelangen zu einem positiveren Selbstbild und können Ihre Ansichten und Überzeugungen verändern, wenn dies nötig ist, um besser zu sich selbst zu finden. Übernehmen Sie Verantwortung für sich selbst und legen Sie Ihre eigenen Werte und Normen fest. Ein Sokratischer Dialog wird Ihnen dabei helfen.

 

Normativer Sokratischer Dialog

Im Rahmen des normativen Sokratischen Dialogs geht es nicht um das „Was?“, sondern um die Erlaubnis. Sie fragen sich, ob Ihre Entscheidungen und Erfahrungen eine Daseinsberechtigung haben, definieren Ihren eigenen Wert und beurteilen, ob Sie zu etwas befugt sind. Dabei geht es nicht um Hierarchien oder Machtpositionen, sondern um Ihren eigenen Wert. Ein normativer Sokratischer Dialog lässt Sie sich öffnen und sich mehr zutrauen. Sie haben ein Recht darauf, glücklich zu sein. Und dürfen sich von Kontakten trennen, die Ihnen nicht guttun. Sie dürfen sich so verhalten, dass es Ihnen persönlich nützt, und bitte, ja! Und Sie dürfen auch mal egoistisch sein. Das sind die häufigsten Erkenntnisse aus dem normativen Sokratischen Dialog, und meiner Meinung nach oft auch die, die wir am schwierigsten für uns begreifen können.

Direkt an den normativen Sokratischen Dialog knüpft ein funktionale Sokratischer Dialog an. Hierbei geht es nicht um die Frage „darf ich das?“, sondern um die Frage „soll ich das“? Damit soll erreicht werden, dass Sie Alternativen zu Ihren Zielen finden können, andere Wege einschlagen und Ihre Möglichkeiten erkennen können. Wollen Sie unbedingt die Ausbildung abschließen, sind aber unglücklich mit Ihrer Stelle? Fragen Sie sich, ob Sie diese Stelle wirklich brauchen, also ob Sie dort arbeiten sollen, um Ihr Ziel zu erreichen. Damit fragen Sie sich automatisch, ob Sie mit einer angenehmen Stelle zum Ziel kommen dürfen. Wollen Sie abnehmen, aber die aktuelle Diät quält Sie? Fragen Sie sich, ob Sie sich auf Zeit quälen sollen, um Ihr Ziel zu erreichen. (Oder, ob Sie mit Genuss leben und abnehmen dürfen und sich das wert sind.)

 

Explanativer Sokratischer Dialog

Es gibt unterschiedliche Arten, in denen ein Sokratischer Dialog abgehalten werden kann. Im sogenannten explanativen Sokratischen Dialog geht es um die Frage „Was?“. Dabei soll der Gesprächspartner Werte und Erfahrungen erläutern und sich selbst dabei näherkommen, indem er sich erklärt.

Es wird gefragt, was jemand unter einem Begriff versteht, um auf den Zahn zu fühlen, ob er oder sie es wirklich verstanden hat. Die eigene Definition von Liebe beispielsweise kann aber extrem abweichend sein. Einige Menschen werden Eifersucht empfinden und Treue als wichtigen Wert der Liebe empfinden. Polyamorie-Verfechter hingegen sind für Beziehungen mit mehreren gleichberechtigten Partnern offen. Dennoch ist Liebe gleich Liebe, und es gibt kein Richtig oder Falsch. Ein explanativer Sokratischer Dialog legt also die eigenen Erklärungen offen, ohne zu werten und sorgt dafür, dass der Gesprächspartner dabei in die eigene innere Tiefe abtauchen kann.

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