Persönlichkeitsstruktur

Jeder Mensch hat eine eigene Persönlichkeit. Aber die Persönlichkeiten lassen sich in unterschiedlichen Modellen darstellen, sodass Ähnlichkeiten und Unterschiede herausgestellt werden können. Ein Modell zur Darstellung der Persönlichkeitsstruktur und ihre Ausprägung in Bezug auf unterschiedliche Werte und Bereiche einer Persönlichkeit ist zum Beispiel das Modell von Siegmund Freud.

 

Die Persönlichkeitsstruktur nach Freud

Gemäß Sigmund Freud gibt es das Über-Ich, das Ich und das Es. Diese drei Teile unserer Persönlichkeit können unterschiedlich ausgewogen sein.

Als Über-Ich wird der rationale Part unserer Persönlichkeit bezeichnet. Er wird im Rahmen der Tiefenpsychologie auch häufig als Erwachsenen-Ich bezeichnet. Die neuronale Schaltzentrale dieser rationalen Struktur sitzt in unserer Großhirnrinde.

Das Ich ist der Kern unserer Persönlichkeit. Es lebt im Hier und jetzt und handelt, trifft aktiv Entscheidungen und definiert unser Bewusstsein. Das Ich nimmt wahr und kann sich erinnern.

Das Es, oder auch Kind-Ich genannt, handelt impulsiv und emotional. Es funktioniert streng nach Belohnungsstrukturen und möchte immer nur das Beste für Sie. Neurowissenschaftlich wird dieser Teil der Persönlichkeit als aus dem limbischen System stammend erklärt.

Je nach dem, wie Ihre Persönlichkeitsstruktur aussieht, sind diese drei Teile unterschiedlich gewichtet.

So ist ein ausgeprägtes Über-Ich verantwortlich für nachdenkliche Persönlichkeiten. Sie streben nach Wissen und gelten als vor- und umsichtig. Das Über-Ich hat keine Ängste, sondern fundierte Sorgen, die durch kluge Argumentationen aus dem Weg geräumt werden können. Ist das Über-Ich weniger ausgeprägt und das Kind-Ich (oder „Es“ genannt) sehr dominant, so können Ängste nicht wegrationalisiert werden. Mit einem ausgeprägten Es sind Sie impulsiv und emotional. Sie wünschen sich kurzzeitige Belohnungen, reagieren auf Adrenalin und das Glück im Moment. Gewissenhaftigkeit ist beim Kind-Ich mangelhaft ausgeprägt.

 

Die Persönlichkeitsstruktur mit den Big Five

In der Psychologie gilt Freud heute als überholt, auch wenn sein Modell wichtige Rückschlüsse auf Persönlichkeitsstrukturen und beispielsweise den Umgang mit dem inneren Kind ziehen lässt. Die Big Five sind ein Modell der Persönlichkeitspsychologie, die im Englischen auch als OCEAN-Modell bezeichnet werden.

Dabei geht es um drei Kerndimensionen der Persönlichkeit, die eine Persönlichkeitsstruktur ausmachen:

  • Aufgeschlossenheit für Erfahrungen
  • Gewissenhaftigkeit
  • Geselligkeit
  • soziale Verträglichkeit
  • Sensiblität

Eine Persönlichkeitsstruktur nach den Big Five kann man also in fünf Bewertungseinheiten definieren.

Aufgeschlossenheit: Ist die Person offen für neue Erfahrungen? Braucht sie eher Planung oder Spontaneität, um sich wohl zu fühlen? Strebt die Person nach dem Neuen oder verlässt sie sich auf das Gewohnte?

Gewissenhaftigkeit: Erledigt die Person ihre Aufgaben perfektionistisch? Rechnet sie mit den Konsequenzen ihres Handelns? Beherrscht sie über viel Selbstkontrolle? Bevorzugt sie Genauigkeit oder Korrektheit im groben Konzept?

Geselligkeit: Ist die Person introvertiert, schöpft also Energie im Alleinsein? Ist die Person extrovertiert, braucht also soziale Kontakte, um voll in etwas aufzugehen? Ist die Person temperamentvoll, dominant, energisch und bestimmt? Oder eher zurückhalten, ruhig und anpassungsfähig?

Soziale Verträglichkeit: Wie steht es um Rücksichtnahme? Ist die Person eher empathisch oder kühl? Besteht Hilfsbereitschaft ohne Eigennutz? Ist die Person streitbar, misstrauisch und wettbewerbsorientiert?

Sensiblität: Ist die Person emotional eher labil oder stabil? Bestehen Neigungen zu Reizbarkeit, Verletzlichkeit, Ärger und Angst? Wie reagiert die Person auf Stress? Wie geht sie mit Affekten um?

 

Innerhalb dieser fünf Dimensionen erstreckt sich die individuelle Persönlichkeitsstruktur. Anhand unterschiedlicher Verfahren und Fragebögen können Sie Ihre eigene Persönlichkeitsstruktur erfahren. Wer weiß, wie die eigene Persönlichkeit aufgebaut ist, kann sich selbst und andere besser verstehen.

Es gibt für jeden Persönlichkeitstypen Aufgaben und Bereiche, in denen sie besonders stark sind und nahezu mühelos zurecht kommen. Andere Herausforderungen hingegen sind womöglich besonders schwierig und Lerneffekte stellen sich nur sehr schleppend ein.

Mit einem Bewusstsein über unsere Persönlichkeitsstruktur können wir besser mit uns und anderen umgehen und schließlich die eigenen Ziele effektiver verfolgen.

 

 

 

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