Reflektieren mit der Metaebene

Die Metaebene ist die zweite Ebene, auf der Gespräche stattfinden. Sicherlich haben Sie diesen Begriff bereits das ein oder andere Mal gehört. Im Rahmen der neuro-linguistischen Programmierung können wir uns die Metaebene zu Nutze machen, indem wir aus der Vogelperspektive Erinnerungen an vergangene Kommunikation betrachten und analysieren.

Vor allem Konflikte und Diskussionen, bei denen sich die Standpunkte der Gesprächsteilnehmer gegenüberstehen und Unstimmigkeiten auftreten, ist die Metaebene ein wichtiger Aspekt der Kommunikationskultur. Neben angenehmen Emotionen, die Sie durch den Austausch mit Niveau und gleichberechtigten Redeanteilen empfinden können, kommt es in der Regel auch zu unangenehmen Emotionen. Sie werden womöglich unterbrochen, wenn Sie eine Meinung vertreten, von der das Gegenüber gegenteilige Überzeugungen hat. Es kann auch zu Streits kommen. Dann wird der sachliche Raum verlassen und es kann zu persönlichen Angriffen kommen. Hier ist Feingefühl oft Mangelware: Man verletzt sich gegenseitig und vergisst, worum es wirklich geht. Aus dem Bestreben nach einem Kompromiss wird das Ziel, zu gewinnen.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Lernen Sie, die Metaebene der Kommunikation zu finden und anzuwenden.

 

Wie auf der Metaebene gesagt und gehört wird

Sind Sie im Streit oder uneinig auseinandergegangen, haben Sie womöglich das Ziel, sich mit Ihrem Gesprächspartner noch einmal zusammenzusetzen und über das vergangene Gespräch zu reden. Sprechen Sie darüber, wie Sie in der Vergangenheit mit jemandem gesprochen haben, befinden Sie sich bereits in der Metaebene.

Schaffen Sie eine Metaebene, sollte Ihr Ziel sein, mit Distanz über das Geschehene zu sprechen und friedvolle Einigungen zu treffen.

Man unterscheidet verbale und nonverbale Kommunikation. Gleichzeitig gibt es für jede Botschaft, die ausgesprochen wird, einen Sender und einen Empfänger. Häufig kommt etwas nicht so beim Gegenüber an, wie es gemeint war. Geht der Sender einer Nachricht davon aus, das Gegenüber erhielte sie exakt so, wie sie gemeint war, entstehen schnell Missverständnisse. Schließlich sprechen wir im Alltag häufig nur über die Sache und vermitteln uns nicht laufend, wie wir gerade etwas verstanden haben und ob das wirklich so gemeint war.

Das klassisch-wissenschaftliche Modell für Kommunikation besteht aus:

  • Sender
  • Botschaft
  • Störquelle
  • Empfänger

Die Botschaft ist dabei nicht lediglich der Satz, der ausgesprochen wird. Dazu gehören verbale und nonverbale Begleitungen, die die Sprache so faszinierend und die Kommunikation so schwierig macht. Gesten können einladend, aber auch abwehrend sein. Der Tonfall kann eine Botschaft ironisch, aggressiv oder vorsichtig herantastend rüberbringen.

Der Empfänger ist der Zuhörer. Er definiert unwissend die Störquelle einer Botschaft. Hört er eine Botschaft anders als sie gemeint war, empfindet er beispielsweise den Tonfall als unangemessen. So kann aus einem Kompliment eine Beleidigung werden, aus einer Frage ein Vorwurf.

 

Metakommunikation

Metakommunikation ist das Sprechen über das Gesprochene. Dabei tauschen Sie sich mit dem Gegenüber darüber aus, wie Sie Botschaften wahrgenommen haben und welche sprachlichen Hindernisse Sie als Störquelle empfunden haben.

Durch die gemeinsame Reflexion, die die Kommunikation auf der Metaebene bedeutet, können Sie das Gesagte wiederholen. Ergänzen Sie es um Hinweise, wie es gemeint war. Sie sagen beispielsweise nicht: „Ich habe dir doch gesagt, dass ich nicht möchte, dass du ohne mein Wissen an die Schublade gehst“, sondern Sie sagen: „Als ich dir sagte, dass ich nicht möchte, dass du ohne mein Wissen an die Schublade gehst, wollte ich dir nicht sagen, dass ich dir nicht vertraue. Ich wollte sicherstellen, dass ich mich hinsichtlich der Schublade sicher fühlen kann und du mein Privateigentum respektierst.“.

Ein weiteres Beispiel macht klar, wie effektiv die Metakommunikation sein kann. Angenommen, Sie haben in einem Gespräch mit Ihrem Kollegen lediglich wissen wollen, wie viel seines Tagespensums er bereits geschafft hat. Der Kollege kann dies als Small Talk werten und Ihnen eine sachliche Antwort gepaart mit einer Gegenfrage liefern. Aber in unserem fiktiven Beispiel war der Kollege aufgewühlt, weil er oft unterbrochen wurde, das Computerprogramm gestreikt hat und er aufgrund seiner Rückenschmerzen eine sehr entspannte Körperhaltung am Schreibtisch eingenommen hat, während er auf die Aktualisierung des Programms gewartet hat. Der Kollege könnte sich angegriffen fühlen und Ihnen unterstellen, Sie würden seine lockere Körperhaltung und sein Warten auf den Neustart des Programms als Faulheit werten. So erhalten Sie womöglich nicht die Antwort: „Heute läuft es schleppend, ich habe noch nicht einmal die Hälfte. Und wie sieht es bei dir aus?“, sondern eine Antwort wie die folgende: „Warum kümmert dich das? Kümmer dich um deinen eigenen Kram.“ Das ist ein sehr aggressives Beispiel eines gereizten Kollegen. Er könnte in seiner Lage auch antworten mit: „Hier läuft heute nichts, wie es soll. Bei dir läuft bestimmt wieder alles Bestens!“. Begleitet von einem sarkastischen Tonfall könnten Sie diese Nachricht nun als Vorwurf aufnehmen. Sie könnten sich beschuldigt fühlen, ein Glückspilz zu sein oder der Liebling des Chefs zu sein.

Erst, wenn Sie in die Metakommunikation gehen, können Sie Ihrem Gegenüber ganz gezielt eine Frage stellen und dabei sicher gehen, dass sie beim Empfänger ohne Missinterpretation der begleitenden Kommunikation ankommt. Dabei gibt es viele Methoden. Sie können mit der Flucht nach vorn eine etwaige Falschinterpretation vorwegnehmen, aber Sie können auch durch eine Ich-Botschaft die Absicht Ihrer Frage stärken.

 

Stärken Sie Ihre Kommunikation, indem Sie sich in die Metaebene begeben. Sprechen Sie über Gespräche und hinterfragen Sie aus der Vogelperspektive sich selbst.

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